Änderungsstand: 2025-05-24
Gaming unter Linux – Ja? Nein? Warum überhaupt?
Warum?
Kurz gesagt: Weil ich’s kann. Und weil mir Windows 11 immer suspekter wurde – wie ein Clippy mit Admin-Rechten. Linux versprach mir Freiheit. Was es mir gab? Eine Distro-Odyssee mit WTF-Momenten, Bug-Ritualen und schlussendlich einem funktionierenden Setup. Also ja – es hat sich gelohnt. Aber der Weg dahin war… nennen wir es mal „lehrreich“.
Was wollte ich eigentlich?
Neben dem Zocken sollten meine wichtigsten Windows-Programme funktionieren – idealerweise nativ, ansonsten per Bottles. Spoiler: Mission erfolgreich. Entweder gibt’s native Alternativen oder sie laufen im Weinflaschen-Container meiner Wahl. Haken dran. Weiter.
Testobjekte: Die „fertigen“ Gaming-Distros
Ich habe bewusst auf die ganzen „Gamer’s Delight“-Distros verzichtet. Warum? Weil ich selbst bestimmen will, was und wie Gaming unter Linux für mich aussieht. Ich will schrauben, basteln, fluchen – aber bitte über meinen eigenen Code, nicht über Presets.
Hier die Highlights meiner Tests:
Bazzite
- Fertig, poliert, solide. Ideal, wenn man keine Lust auf Gefrickel hat.
- Gaming „out of the box“, fast wie eine Steam Deck Experience auf dem Desktop.
- Wenn ich nicht basteln wollte, wäre das ’ne gute Wahl.
CachyOS
- Arch-basiert, flexibel – aber irgendwie nicht so „rund“ wie Bazzite.
- Guter Eindruck, aber: Wenn ich schon Arch will, dann bau ich’s selbst. Punkt.
Nobara
- Fedora mit Gaming-Zucker oben drauf.
- Eigentlich top… aber wenn ein Satz mit „eigentlich“ beginnt, weiß man, dass da was gärt – eigentlich nur ein Bauchgefühl.
PikaOS & Nitrux
- PikaOS: Ließ sich schlicht nicht installieren.
- Nitrux: Geschmackssache. Meine war’s nicht.
Warum nicht diese Distros?
Weil ich keine Lust habe, mich gegen vorkonfigurierte Systeme zu wehren. Ich will mein System, mein Setup, meine Probleme. Wenn’s kracht, dann bitte durch meine Hand – nicht durch irgendwelche fragwürdigen Defaults.
Am Ende: Kubuntu
Nicht LTS. Sondern aktuell. Und ironischerweise liefert mir gerade diese Ubuntu-Variante das Debian-Feeling was ich suche.
Warum nicht Debian direkt?
Weil Debian + KDE + Wayland + NVIDIA = Bosskampf. Kein Final Boss, sondern einer mit fünf Phasen und zufälligen Angriffsmustern. Unter Siduction (Debian-basiert) waren DX12 und Vulkan ein rotes Tuch. Ubuntu 24.04 LTS hatte dieselben Altlasten – zu alter Kernel, zu altes Plasma. Erst ab 25.04 wurde’s für mich brauchbar. Und Fedora? Das lief von Anfang an – dank bleeding edge.
Mein Tipp:
Aktuelle Grafikkarte (AMD oder NVIDIA)? Dann:
- Fedora (ab v41)
- Kubuntu (ab 25.04)
Derzeitiger Zustand
Ein Spiel macht noch Zicken. Ich hoffe, das erledigt sich, sobald mein neues Setup mit zwei NVMe-SSDs auf dem Mainboard läuft – eine für das System, eine für die Steam-Bibliothek. Bis dahin ist das ein Problem für „Zukunfts-Knilix“. Der hat’s dann eh leichter… oder halt mehr Kopfschmerzen.
Fazit
Gaming unter Linux? Möglich. Spaßig. Frustrierend. Belohnend.
Es ist nicht immer sexy – aber wenn’s läuft, fühlt es sich an, als hätte man Dark Souls mit bash und einem Schraubenzieher besiegt. Und ganz ehrlich:
Das ist irgendwie… schön.
Hier meine ausführlichen Tests, welche sich über Wochen hinzogen: